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Adele — von der Gartenkatze zum Stubentiger

Die schwarz­glän­zen­de Ade­le liebt ihr wei­ches Kat­zen­bett über alles, so etwas kann­te sie aus ihren frü­he­ren Leben ver­mut­lich nicht. Sie ist eine der wil­den Kat­zen, die der Gna­den­hof Los­sa auf­ge­nom­men hat. Ade­le leb­te als Gar­ten­kat­ze, bevor sie in den Gna­den­hof kam. Ob sie frü­her in einem Haus gelebt hat? Ob sie ein­fach aus­ge­setzt wur­de? Oder wur­de sie als „Nie­man­ds­kat­ze” gebo­ren? Wir wis­sen es lei­der nicht.

Ade­le teil­te sich im Gna­den­hof ein Kat­zen­zim­mer mit ande­ren Streu­ner­kat­zen, die eher scheu sind und Men­schen lie­ber aus dem Weg gehen. Ver­mut­lich waren ihre Erfah­run­gen mit uns Zwei­bei­nern nicht so toll — lei­der 🙁 Unter­ein­an­der kamen die Kat­zen dort recht gut zurecht.

Eines Tages soll­te sich Ade­les Leben grund­le­gend ver­än­dern. Sie wur­de in eine Trans­port­box gesetzt, in ein Auto ver­frach­tet und in eine Woh­nung gebracht. Dort wur­de sie von einer lie­be­vol­len Kat­zen­när­rin und zwei ande­ren Samt­pfo­ten bereits erwar­tet. Aber aller Anfang ist ja bekannt­lich schwer und so brauch­te Ade­le ihre Zeit, bis sie sich ein­ge­lebt hat­te. Wenn sie anfangs nur nachts aus ihrem Ver­steck kam um etwas zu fres­sen und die Woh­nung zu erkun­den, wagt sie sich mitt­ler­wei­le pro­blem­los auf den kat­zen­si­che­ren Balkon. 

Eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung war für Ade­le das enge Zusam­men­le­ben mit einem Men­schen. Zwar hat­te sie schon im Gna­den­hof erfah­ren, dass es auch freund­li­che Men­schen gibt, ihre Nähe hat Ade­le aber lie­ber doch nicht gesucht. Und auch die ers­te Zeit schlich sie sich nur nachts zum Bett ihrer schla­fen­den neu­en Besit­ze­rin, um sie vor­sich­tig zu beschnup­pern und zu beob­ach­ten. Die hat­te Ade­le anfangs sepa­riert, damit sie sich bes­ser ein­ge­wöh­nen konn­te und schlief nachts mit bei ihr im Zimmer.

Mitt­ler­wei­le ist Ade­le schon ganz gut ange­kom­men, die Ver­ge­sell­schaf­tung mit den ande­ren Kat­zen hat geklappt und auch ihr Umgang mit ihrer Besit­ze­rin wird immer ent­spann­ter. Die Annehm­lich­kei­ten ihres neu­en Lebens nimmt die hüb­sche schwar­ze Mie­ze ger­ne an, aber sie wird nie das offen­si­ve Kuschel­mons­ter wer­den, das jedem Besu­cher sofort neu­gie­rig auf den Schoß springt. Aber das erwar­tet auch nie­mand von ihr, Ade­le darf sein, wie sie ist und wir glau­ben, dass sie das sehr genießt.